Betriebsbeschreibung Kutah Boyer GbR, Stand März 2024

Leitbild

ist ein auf möglichst regionaler Basis arbeitender, möglichst wenig fossile Energie verbrauchender Betrieb, der in Erzeugung und Vermarktung auf möglichst langfristigen Perspektiven aufbaut. Der Betrieb möchte zusammen mit Verbrauchern entdecken, wie eine möglichst regionale und saisonale Ernährung aussehen kann. Nicht der Verzichtsaspekt soll dabei im Vordergrund stehen, sondern die Entdeckerfreude.
Schwerpunkt des Betriebes ist der biologische Anbau von Feingemüse, Lagergemüse, Wintergemüse vom Feld und aus unbeheizten Folienhäusern zur regionalen, saisonalen und ganzjährigen Versorgung von Verbraucher*innen vor Ort. Dies geschieht mittels der eigenen „Solidarischen Landwirtschaft“ (Solawi) und des eigenen Hofladens in Göttingen. Der Betrieb ist reiner Direktvermarkter.
Der Betrieb ist auf langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit ausgerichtet und betreibt deshalb intensiven Anbau von Kleegras und Zwischenfrüchten. Im Rahmen der Flächenrotation werden jeweils nur etwa ein Drittel der Ackerflächen gemüse- oder ackerbaulich genutzt.
Die weitgestellte Fruchtfolge erlaubt einen weitgehenden Verzicht auf externe Düngemittel. Zur Stickstoff-Zusatzversorgung von Starkzehrern und der Gewächshauskulturen wird, wenn nötig, Ackerbohnenschrot eingesetzt. Diesen produzieren wir selbst aus betriebseigenen Ackerbohnen.
Der Betrieb wirtschaftet viehlos.

Natürliche und geographische Voraussetzungen:

Der Betrieb liegt naturräumlich im Naturraum oberes Leinebergland zwischen westlichem Harzvorland und dem Weserbergland
Koordinaten: 51°38′ nördliche Breite, 9°52′ östliche Länge
Höhe: 167 Meter über n. N. (+2 Meter Masthöhe)
Jahresdurchschnittstemperatur 8,7 Grad C
645 mm durchschnittlicher Jahresniederschlag
Die vorherrschende Bodenart ist toniger Schluff bis schluffiger Ton.
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Northeim
Stadt: Hardegsen
Ortsteil: Hevensen

Ausstattung

Gegründet als Pachtbetrieb 2007, 12 ha überwiegend gepachtete Flächen, davon 8 ha gemüsebaulich nutzbar, 75 bis 85 Bodenpunkte, nur anerkannte Flächen mit Bio-A-Status
Hofstelle mit Maschinenhalle, Werkstatt, Packstelle und Waschplatz, Scheune als Lager und Aufbereitungsraum
900 qm Folienhausfläche
Anzuchtgewächshaus 125 qm, beheizt
4 Trecker Fendt GT 55 PS, Belarus MTS 80 PS, David Brown 33 Ps, Kubota M75 PS.
3-Schar-Pflug, 3 Grubber, 3 Saatbettkombinationen, 2 Fräsen, 2 Striegel, Zwischenachs-Fingerhacke, Hackmaschinen, Abflammgerät, Kartoffeltechnik, Pflanzenschutzspritze, 2 Einzug-Beregnungswagen, mobile Fassbewässerung am Trecker, mehrere Wasserwagen,
2 Transporter

 

Arbeitskraft (überwiegend in Teilzeit):

2 Landwirte
3 Gärtner*innen (darunter die Ehefrau)
1 Gärtnermeisterin
1 Techniker
2 Auszubildende
1 Diplom-Agraringenieur (Betriebsleiter)
Mehrere saisonale Aushilfen
Der Betrieb hat keinerlei unbezahlte Arbeitskräfte wie Praktikanten, FÖJler etc.. Sämtliche Mitarbeiter*innen verdienen mehr als den gesetzlichen Mindestlohn.

 

Anbau

3 ha Freilandgemüsebau mit bis zu 20 Sätzen, mit ca. 60 Arten Feingemüse, Lagergemüse und Überwinterungsgemüse im Freiland und im Kalthaus.
In den Folienhäusern jährlich 3 Kulturen, ohne Heizung
1 ha Kartoffeln
1 ha Ackerbohnen zur Erzeugung von Ackerbohnenschrot.

 

Vermarktung

100 % Direktvermarktung, zu 30 % an eigenen Hofladen in Göttingen (gewerblich), 70 % an eigene solidarische Landwirtschaft: Solawi Hevensen, www.solawi-hevensen.de solawihevensen@gmail.com

Bio-Status

Der Betrieb unterliegt der EU-Biokontrolle und hat seit 2007 einen Kontrollvertrag mit der ABCert-AG zur EU-Bio-Zertifizierung. Die Richtlinien von Anbauverbänden wie Bioland oder Naturland werden darüber hinaus eingehalten. Sämtliche bewirtschafteten Flächen haben den Bio-A-Status.
Eine Verbandszertifizierung war bisher nicht erforderlich, weil für den Betrieb als reinen Direktvermarkter das direkte Vertrauensverhältnis zu den Kunden wichtiger ist als eine Verbandszugehörigkeit.

 

Buchführung und Lohnbuchführung

Werden von der Steuerstelle und Lohnbüro des Landvolk Göttingen übernommen.

Anbauplanung und Dokumentation

Zentrales Planungsinstrument ist eine Tabellenkalkulation, in der sämtliche pflanzenbaulich wichtigen Vorgänge geplant, in der Durchführung erfasst und ausgewertet werden. Mehrere elektronische Schlagkarteien wurden im Betrieb erprobt, die aber bisher noch nicht genau genug zum Betrieb passen.

Beratung

Der Betrieb hat Beratungsvereinbarungen mit dem LLH Hessen und der Bioland-Beratung Niedersachen. Von beiden Organisationen bezieht der Betrieb monatliche Beratungsbriefe. Die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen beider Träger ist Betriebsroutine.